Freitag, 17. Januar 2014

Alcest - 17.01.2014 - Wien (Szene)

Manchmal kommt es vor, dass man denkt, dass sich bei einem Konzert die Massen tummeln werden und es ist dann nichts los. Manchmal ist es aber auch genau anders rum. Bei Alcest war es genau so. Wobei "Massen" jetzt klarerweise relativ ist. Wir sprechen hier immerhin von einer Location, deren maximaler Füllstand bei 300-400 Personen liegen dürfte. Aber für eine Band, die ich nur über Empfehlung von einem Freund (Danke Gernot!) kenne und von deren Musik nicht mal auf FM4 gespielt wird, war der Andrang recht beachtlich. Interessant war auch die Internationalität des Publikums. Vor uns stand eine italienische Gruppe von Fans, rechts ein ungarisches Pärchen, hinter uns Tschechen (oder Slowaken...man möge mir meine Unfähigkeit, den Unterschied rein akustisch festzustellen, verzeihen) und den Autos nach zu urteilen, die rund um die Szene geparkt waren, scheinen auch Slowenen und Polen mit von der Partie gewesen zu sein.
Es waren aber nicht nur die Besucher sondern auch die Bands international. Als erste Vorband gab's "The Fauns" aus Bristol, als zweiten Supporting Act geigten (wörtlich) "Hexvessel" aus Finnland auf und Alcest selbst kommen aus Frankreich...

Nach dem gelungenen und meiner Meinung nach etwas zu kurzen Auftritt von "The Fauns" gesellte sich das Quintett danach zum Publikum um den folgenden beiden Acts zu lauschen.

Die Musik von "Hexvessel" versteht man vermutlich am Besten, wenn man sich vorstellt, dass es in Finnland im Winter doch eine Zeit lang überhaupt nicht richtig hell wird...und genau so klingt die Musik auch: Dunkel, düster, melancholisch...aber sehr schön. Nach eigener Definition handelt es sich um "Psychedelic Folk Rock" und tatsächlich kann man sich gut vorstellen, in einer kalten Winternacht mit Freunden vor einem lodernden Kamin zu sitzen, lange Gespräche zu führen und die eine oder andere verbotene Substanz zu sich zu nehmen.

Nach dem Auftritt von "Hexvessel" wird die Bühne für den Main Act vorbereitet, wobei sich die Umbauarbeiten in Grenzen halten, alle drei Bands beschränken sich beim Instrumentarium auf das notwendigste. Gitarrentechniker, die im Hintergrund die Instrumente der Musiker stimmen und diesen für jede Nummer ein neues bereithalten, finden sich hier nicht.

Gegen 22:00 betreten dann "Alcest" die Bühne und verzaubern für die nächsten knapp 2 Stunden mit einer wunderschönen Mischung aus lauten Gitarren und leisen, verspielten Passagen, bei denen der Umstand, dass aussschließlich in französisch gesungen wird, vollkommen belanglos ist, weil die Stimmen ohnehin nur als weiteres Instrument eingesetzt werden, um die "Wall Of Sound" zu vervollständigen, die von den zwei Gitarren, dem Bass und dem Schlagzeug gebildet werden.

Alles in allem ein sehr gelungener Abend mit großartiger Musik und für die Bands sicher ein gelungener Tour-Start mit einem hochmotivierten Publikum.

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