Ostern und Weihnachten fallen ja im Allgemeinen höchst selten auf den selben Tag. Sprichwörtlich verwendet kann das aber schon mal vorkommen. Ich war mit zwei sehr lieben Freunden bei einem Konzert von Opeth bei dem als Vorgruppe "Pain of Salvation" gespielt haben. Das nenne ich mal einen Konzertabend. Jede der beiden Bands für sich alleine genommen wäre für mich schon ein Grund, eine kleinere Reise anzutreten um sie sehen zu können, beide gemeinsam in Wien...nun ja, ich hab' ja schon erwähnt, wie ich das finde...
Pünktlich auf die Minute eröffnen Pain Of Salvation den musikalischen Abend und legen mit einer Weltklasse-Performance die Latte für Opeth recht hoch. Ich habe POS schon mal als Headliner bei einem Konzert in Wien erlebt und hatte recht hohe Erwartungen an die Schweden-Kombo, die wieder mal voll erfüllt wurden. Einfach spitzenmäßig...
Nach einer knappen dreiviertel Stunden (die Jungs hätten ruhig noch ein, zwei Stunden spielen können, wenn's nach mir gegangen wäre, dafür nehme ich sogar die Rückenschmerzen vom Stehen in Kauf) war dann leider Schluss und die Bühne wurde für Opeth umgebaut.
Nach einer knappen halben Stunde betraten dann die Musiker die Bühne und lieferten ein wunderbares Konzert ab. Mikael Åkerfeldt - das musikalische Mastermind von Opeth - begann seine musikalische Karriere mit Death Metal, bei denen die Genre-üblichen Growls natürlich nicht fehlen durften. Auf dem letzten Album "Heritage" sind aber überhaupt keine mehr zu finden, was mich nicht stört, weil ich Opeth nicht wegen, sondern trotz der Growls mochte, und der musikalische Stil lässt sich nicht wirklich leicht einer bestimmten Richtung zuweisen. Am ehesten könnte man noch Schublade "Progressive Metal" verwenden, aber wer die Musik von Opeth kennt, der weiß, dass das viel zu simpel ist, die Bezeichnung Progressive-Melodic-Folk-Jazz-Metal wäre da schon angebrachter. Keine simplen Double-Bass-Gitarren-Schredder-Scream-Orgien sondern vertrackte Rhythmen, schräge Harmonien und ungewöhnliche Akkorde, atemberaubende Dynamikwechsel, ein äußerst symphatischer Bandleader, der zwischen den Nummern mit dem gutgelaunten Publikum plauert und natürlich seine exzellenten Musikerkollegen machen den Abend zu einem besonderen Erlebnis. Sowas hätte ich gerne öfter....